Grauer Himmel, leere Straßen – die Saison vorbei? Den einen oder anderen Touristen zieht es – zu Recht – gerade jetzt auf die Insel und mich auch wieder. Insbesondere die Eindrücke, die ich diesmal von der Düne mit nach Hause genommen habe, sind immer noch frisch im Gedächtnis – frisch geborene Robbenbabys aus dieser Nähe und in Ruhe zu beobachten, das war schon etwas ganz Besonderes.
Da komme ich neben meiner Begeisterung darüber aber ins Grübeln. Der dazu notwendige Naturschutz muss mit dem ebenso notwenigen Anstieg im Tourismus auf einen Nenner gebracht werden.
Die zu dieser Jahreszeit zurückgehenden Tourismuszahlen bringen Ruhe für die Robben auf die Düne – aber auch rote Zahlen in die Kassen der vom Tourismus abhängigen Menschen der Insel. Um beide Ziele miteinander zu verbinden, bedarf es einer Neuausrichtung des Tourismus. Weg vom Fuselfelsenimage hin zum Naturerlebnis Helgoland. Da sind schon viele kluge Konzepte geschrieben worden – nur reicht das Schreiben allein ja nun leider nicht aus. Eine tolle Idee sind die Robbenwatching-Angebote. Die Annahme dieses Angebotes macht deutlich, dass es einen Markt für naturnahen, schonenden Tourismus gibt.
Weitere Alleinstellungsmerkmale gibt es reichlich – sie müssen „nur“ gut vermarktet werden. Ein Blick in den Haushalt der Gemeinde Helgoland ernüchtert. Hier wird für die Vermarktung Helgolands leider nur gekleckert und nicht geklotzt. Jeder kleine Werbefutzi weiß, dass das so nicht funktioniert. Die Mittel sind begrenzt, deshalb gilt es Ideen zu entwickeln. Dazu können die neuen Medien genutzt werden und es sollten sich all die zusammen hocken, die ihr Geld mit dem Tourismus verdienen und damit von neuen Werbestrategien auch profitieren.
Und eine intime Meckerei am Ende sei mir gestattet, denn das Werben um TouristInnen setzt immer auch einen guten Service voraus: Die Toiletten am Nord-Ost-Hafen waren geschlossen. Das grenzt an unterlassener Hilfeleistung für Menschen in Not – das muss geändert werden. Schnell!
„Ich wünsche allen Helgoländerinnen und Helgoländern, sowie allen Gästen der Insel ein friedliches Weihnachtsfest und ein glückliches und erfolgreiches Jahr 2010.“
Ihre Felicitas Weck